Christliche Ikonografie am Beispiel Tiroler Kirchen
© Anton Prock 2014

Vermählung Mariens

Im Alter von zwölf

bzw. vierzehn Jahren

wird Maria

verheiratet, wie es

für alle

Tempeljungfrauen

üblich ist. Die

zahlreichen

Bewerber stellen

Stäbe im Tempel

auf, wo Gott durch

das Wunder des

blühenden Stabes den Auserwählten bestimmen soll. Einer der Bewerber ist Josef

von Nazareth, ein vermutlich schon 80 Jahre alter Zimmermann aus dem Geschlecht

Davids. Nur der Stab Josefs blüht und die Taube des Heiligen Geistes lässt sich auf

dem Stab nieder.

Was ist dargestellt?

Die Hochzeit findet im Tempel oder davor

statt. Der Hohepriester führt die rechten

Hände des Hochzeitspaares zusammen als

Ausdruck der rechtmäßigen Eheschließung

in der Antike. Josef steckt Maria den Ring

an. Der Priester steht zwischen beiden in

der Mitte. Er trägt das prächtige Gewand

des Hohepriesters mit einem prächtigen

Gürtel und einer turbanähnlichen Haube,

wie es bei Moses (Ex 28) beschrieben ist.

Seitlich können die Brautjungfrauen und

die enttäuschten Bewerber stehen.

Manchmal brechen sie ihre Stäbe übers Knie, um ihren Zorn auszudrücken.